Die närrische Session kann kommen. Die KG hält an „Prinzen-Geheimnis“ weiterhin fest.
Motto: „Wür fiere Fasteloovend e Rüetsche.“ Großes Ziel vor Augen: „Brauchtum fördern.“

Von Günther Sander

Roetgen. Der 11. 11. sitzt den Karnevalisten im Nacken, am Samstag geht es dagegen, die neue Session gilt es, gebührend zu eröffnen. Die Uniformen werden von Mottenkugeln befreit, schmucke Orden auf Hochglanz poliert, die Premiere muss gelingen. Auftakt ist um 19 Uhr in der Schützenhalle in Petergensfeld mit einem Kameradschaftsabend, alle noch lebenden Tollitäten sind zur Stelle, werden von Präsident Rainer Hütten vorgestellt. Alaaf-Rufe sind vorprogrammiert, die große  Ouvertüre für „ein glückseliges 2018“ kann beginnen.

Wie es um den Karneval in Roetgen bestellt ist, darüber geben Vorsitzender Stefan Hunds (lange Jahre Programmgestalter), Präsident Rainer Hütten, Leonie Keulen, Jens Künne und Michael Stoeben in der schmucken „Keller-Bar des Präsidenten“ auf Anfrage Auskunft. Ziel ist es nach wie vor, Brauchtum Karneval zu fördern.  Entgegen anderslautendem Trend bei manchen Karnevalsgesellschaften steigt die Kurve am „Tor zur Eifel“ eher positiv nach oben. Ein gesunder Verein sei in diesem Jahr in andere, jüngere Hände übergeben worden, denn Stefan Hunds hat das Ruder im Narrenschiff Roetgen seit Juni von Frank Kühnel übernommen. Wie Präsident Rainer Hütten bilanziert, erfreue sich das Angebot der bisherigen Veranstaltungen nach wie vor größter Beliebtheit. „Und das soll auch so bleiben.“ Das Narrenzelt spiele dabei eine gewichtige Rolle, eine Verlagerung in den Bürgersaal oder in die Gemeindehalle wäre weniger sinnvoll, versichern Hütten, Hunds und Keulen. So einen Sprung müsse man schon gründlich überdenken. Auch über Besucherschwund könne man sich in Roetgen nicht sonderlich beklagen, der „harte Kern“ sei immer zur Stelle. Ein wenig schmerzlich erweisen sich natürlich die Kosten für zugkräftige Auftretende, ohne die heutzutage kaum noch eine Sitzung denkbar sei. Drei bis vier Spitzenleute, dazu ein großes Aufgebot an „Eigengewächsen“, das mache die gute Mischung in Roetgen aus, sind sich alle einig. Natürlich müsse einiges auf den Prüfstand gestellt werden, ansonsten befinde man sich „auf dem richtigen Weg.“ Zu einem zünftigen Karneval gehören nach wie vor eine gehörige Portion Idealismus, Spaß an der Freude und es dürfen auch ein paar Sponsoren sein, die zum Gelingen mit beitragen.

Nach dem Motto „Wür fiere Fastelovvend e Rüetsche“ garantieren (v. l.) Stefan Hunds, Rainer Hütten, Leonie Keulen, Michael Stoeben zünftigen Karneval in Roetgen.
Foto: Günther Sander

Ein interessantes Gesprächs-Thema ist die alljährliche Prinzensuche, für die derzeit der Vorsitzende und der Präsident verantwortlich zeichnen. Beide wissen nur allzu gut, dass niemand vorbei komme und an der Haustüre klingelt und sagt: „Ich mach es!“ Oft erweise sich aus einer Bierlaune heraus die Suche positiv. „Die Chancen  stehen gut“, wird deutlich. Ob bei den „Großen“ oder auch bei den „Kindern.“ Daraus darf man schließen: „Einmal Prinz zu sein...“, besitzt in Roetgen einen gewissen Reiz. Ergo: Beide Tollitäten werden im kommenden Jahr ihren Einzug halten und im Rosenmontagszug den Höhepunkt ihrer närrischen Karriere feiern können.
Warum erst bei der Prinzenproklamation den Namen preisgeben? Warum nicht, wie in anderen Orten und Städten eine vorzeitige Prinzenvorstellung? Klare Worte von Stefan Hunds und Rainer Hütten: „Es soll bei uns ein Geheimnis bleiben, der Schleier sich erst am Abend heben, die Spannung muss vorhanden sein.“ Wer als Tollität Einzug ins Festzelt halten wird, das wissen nur eine Handvoll Insider. Aber das Motto steht schon fest: „Wür fiere Fasteloovend e Rüetsche!“

Für die Veranstaltungen, für jedes Alters ist etwas dabei, im Laufe der Session ist man bestens gerüstet. Auch der letztens schwach besuchte Mitsingabend bleibt Bestandteil des Programms. Man wolle jedoch etwas verbessern, damit es schön werde. Höhepunkt aber sei die Prinzenproklamation mit großem Sitzungsprogramm am 20. Januar 2018 im Festzelt, mit von der Partie sind Auftretende wie Büttenredner „Schmitz Backes“, die Original Tanzgruppe „Kölsch Hännes'chen“ mit ihren Stockpuppen (Mieh Hätz, wie Holz), das Karnevalskorps Öcher Storm, Stimmungssänger Kurt Christ aus Aachen und natürlich der Stolz der Roetgener, ihre  schmucken Tanzgarden und Mariechen, der Elferrat, die Weißen, die freie Garde und Prinzengarde. Präsident Rainer Hütten kann aus dem Vollen schöpfen. Die Kindersitzung findet am 28. Januar statt.

Nicht genug der bunten Unterhaltung, als da wären noch der Prinzen-Frühschoppen am 4.Februar unter Mitwirkung des Aushängeschildes der Kaiserstadt Aachen, der Stadtgarde Öcher Penn. Am 10. Februar, Karnevalssamstag, steigt der Hofball seiner Tollität, quasi als Ouvertüre vor dem Rosenmontagszug. An diesem Abend findet die Vorstellung der teilnehmenden Gruppen am Umzug statt. „Ja, dann sind wir schon beim Höhepunkt angelangt“, schwärmen Hunds und Hütten: „Dem Rosenmontagszug!“ Natürlich erhoffen sie sich hierfür schönes Wetter, viele Narren am Straßenrand und tolle Stimmung bei der abschließenden After-Zoch-Party, ehe am Aschermittwoch alles vorbei ist.